Zentrale Begriffe


Kernideen

Effektiver Altruismus: Effektiver Altruismus (EA) ist der Name einer wachsenden zivilgesellschaftlichen Bewegung und einer Idee – Evidenz und Vernunft zu nutzen, um die effektivstmöglichen Wege zu finden in der Welt Gutes zu tun. Ein Effektiver Altruist ist jemand , der sich mit dem Konzept des Effektiven Altruismus identifiziert und ihm gemäß handelt.

Kosteneffektivität: Die Kosteneffektivität bezeichnet die positive Wirkung einer Hilfsorganisation – abgeschätzt beispielsweise an der Verhinderung von Leid, Todesfällen, Krankheiten, etc. – für eine fixe Menge an gespendetem Geld. Die Organisation GiveWell überprüft Hilfsorganisationen im Bereich der Armutsbekämpfung auf ihre Kosteneffektivität hin. Da in Entwicklungsländern in manchen Gebieten selbst sehr grundlegende medizinische Versorgung fehlt, können Hilfsorganisationen dort für die gleiche Menge an Geld viel mehr bewirken als in Industrieländern.

Unparteilichkeit: Unparteilichkeit ist die Wertschätzung des Lebens leidensfähiger Wesen unabhängig von Ort, Abstammung, Religion oder Spezies.

Neutralität gegenüber Aktionsgebieten: Jemand ist neutral gegenüber einer Sache, wenn er objektiv zwischen den einzelnen Wohltätigkeitsorganisationen und deren Zielen bzw. Möglichkeiten zum Erreichen der Ziele unterscheidet, mit denen die jeweilige Organisation dazu beitragen möchte, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Er entscheidet demnach nicht subjektiv nach Vorlieben.

Priorisierung: Sachen können hinsichtlich ihrer Skala (wie viel Gutes oder schlechtes sie bewirken) und ihrer Beeinflussbarkeit (wie leicht Verbesserungen erzielt werden) kategorisiert werden.

Kontrafaktisches Denken: Kontrafaktisches Denken ist eine Methode zwischen Handlungsalternativen zu unterscheiden, indem man die zu erwartenden Ergebnisse für die jeweiligen Fälle betrachtet. Beispielsweise kann man die Ergebnisse einer Intervention mit denen der Kontrollgruppe vergleichen.

Hebelwirkung von Spenden: Manchmal kann mit wohltätigen Spenden eine Hebelwirkung erzielt werden. Zum Beispiel kann man, anstatt 1000€ an eine wohltätige Organisation zu spenden, für 1000€ eine Benefizveranstaltung ausrichten, bei der mehr als 1000€ eingenommen werden.


Philosophie

Konsequentialismus: Konsequentialismus ist die Auffassung, dass moralische Aussagen nur von den Folgen für den Zustand der Welt abhängen. Ein Konsequentialist glaubt, dass das Ausmaß in dem eine Handlung gut oder falsch ist ausschließlich von dem Ausmaß abhängt, in dem die Zustände der Welt die sie verursacht gut oder schlecht sind. Die meisten Effektiven Altruisten sind Konsequentialisten. Der Moralphilosoph und Effektive Altruist Thomas Pogge ist eine prominente Ausnahme; er verficht eine deontologisches ethisches System (eines in dem Menschen die Pflicht haben Handlungen auszuführen oder zu unterlassen).

UtilitarismusUtilitarismus ist eine besondere konsequentialistische Moraltheorie, die besagt, dass eine Handlung gut oder schlecht ist, je nach dem Ausmaß in dem sie das Glück vermehrt und Leid verringert. Verschiedene Varianten des Utilitarismus definieren Glück und Leid auf verschiedene Art; beispielsweise definiert der Präferenzutilitarismus Glück (bzw. Leid) als die Erfüllung (bzw. Enttäuschung) der Wünsche oder Präferenzen, unabhängig, ob dies Freude bringt. Viele EAs sympathisieren mit einer der Formen des Utilitarismus.

Populationsethik: Die Populationsethik fragt nach der relativen Bedeutung verschiedener leidensfähiger Wesen oder Gruppen leidensfähiger Wesen. Zu ihren wichtigsten Fragen gehören: Was ist der moralische Status nicht-menschlicher Tiere? Was ist der moralische Status ungeborener Menschen? Ist die Gesamtmenge von Menschen mit glücklichen Erfahrungen moralisch relevant oder ist nur ihr durchschnittliches Glück von Bedeutung? Populationsethik ist eine Quelle größerer Differenzen unter Effektiven Altruisten.


EA-relevante Begriffe

Earning to give: Menschen, die „earning to give“ praktizieren, wollen so viel Geld wie möglich verdienen, um möglichst viel davon spenden zu können – und das auch noch möglichst effektiv. Viele Idealisten gehen oft in Berufe, die zwar sozial sind, aber trotz durchschnittlich 80 000 Arbeitsstunden im Leben nicht unbedingt die größten Veränderungen bewirkten, besonders wenn man die Ersetzbarkeit berücksichtigt. Wird man nicht Arzt, wird es eben ein anderer – für die Welt ist das relativ unbedeutend. Wird man aber Trader an der Wall Street und spendet sein Einkommen, macht das sehr wohl einen Unterschied.

Pledge(GWWC & TLYCS): Viele Effektive Altruisten unterzeichnen Versprechen (den sogenannten „Pledge“) einen großen Teil ihres Einkommens für wohltätige Zwecke zu spenden. Mitglieder von Giving What we Can versprechen mindestens 10% ihres Einkommens an effektive Wohltätigkeitsorganisationen zu spenden um das durch extreme Armut verursachte Leid zu mindern. The Life you Can Save hat ein ähnliches Versprechen. Ein allgemeineres Versprechen ist hier verfügbar.

x-risk: Ein „existential risk“ (dt. Existenzbedrohendes Risiko) ist eine Gefahr, die eine globale Reichweite mit starker Intensität hat. Anders ausgedrückt, eine Gefahr, die entweder von der Erde abstammendes (intelligentes) Leben auslöscht, oder permament bzw. in hohem Ausmaß ihr Potential einschränkt. Beispiele hierfür wären etwa Klimawandel, Nuklearkriege, und menschenfeindliche künstliche Intelligenz.

meta-EA: Eine Meta-Charity ist eine Organisation welche indirekt zur Verbreitung von Effective Altruism beiträgt. Dies kann entweder durch die Verbreitung der Bewegung, oder durch die Verbesserung ihrer Effizienz geschehen.  Beispiele für Meta-Charities sind z.B. GiveWell, CEA, TLYCS, und MIRI.


Organisationen

CEA: The Centre for Effective Altruism (CEA) is a coalition of projects related to EA. Giving What We Can and 80,000 Hours are both part of CEA. CEA’s other projects include setting priorities between different global challenges and raising public awareness of EA.

80K: 80,000 Hours (80K) is an organization that offers free, one-on-one career advice to individuals seeking to use their careers to do the most good in the world. 80K also publishes general research on the social impact of careers to its website.

GWWC: Giving What We Can (GWWC) is an international society dedicated to eradicating extreme poverty. GWWC recommends cost-effective charities and encourages individuals to sign its pledge, which represents a commitment to donate a fraction of one’s incoome to effective anti-poverty charities, GWWC also has local chapters that meet in cities in the UK, USA, and elsewhere.

GiveWell: GiveWell is a non-profit that evaluates charities in order to find outstanding giving opportunities. In particular, GiveWell seesk out charities who provide strong evidence of impact-per-dollar and room for more funding, and who can demonstrate trustworthiness and transparency. GiveWell recommends just a few charities at a time, and many of these recommendations inform the donations of many effective altruists.

TLYCS: The Life You Can Save (TLYCS) is a non-profit founded by philosopher Peter Singer. It promotes effecitve altruism – with a focus on reducing poverty and economic inequality – through public outreach. TLYCS seeks to create local groups of informed givers and a global online community, and encourages individuals to sign its charitable-donation pledge.

AMF: The Against Malaria Foundation (AMF) is a non-profit that funds the distribution of long-lasting insecticidal nets (LLIN) to areas with high incidence of malaria, mostly in Africa. Givewell has recommended AMF as a top charity several times. In 2013, Givewell estimated that it costs AMF about $6.13 to distribute one LLIN and $3,400 to save the life of one child.

SCI: The Schistosomiasis Control Initiative (SCI) is a non-profit that works with local Ministries of Health across sub-Saharan Africa to treat children and at-risk adults for schistosomiasis and other parasitic worms. GiveWell has recommended SCI as a top charity, and in 2013, estimated that it costs $0.80 to deworm one child, with SCI paying about 70% of these costs (see „leveraging donations“).

GiveDirectly: GiveDirectly is a non-profit that makes direct cash-transfers to poor households in Kenya and Uganda. These cash transfers are unconditonal – recipients may spend them as they see fit. GiveWell has recommended GiveDirectly multiple times.

FHI: The Future of Humanity Institute (FHI) is a research center at Oxford that is leading producer of primary research on existential risk. FHI’s main areas of research are global catastrophic risk, applied epistemology, human enhancement, and future technologies.

MIRI: The Machine Intelligence Research Institute (MIRI) is an non-profit whose mission is to „ensure that the creation of smarter-than-human intelligence has a positive impact.“ MIRI’s main activity is to conduct research on a few topics: How can a machine reason coherently about its own behavior? What is a better formalization for decision-making under uncertainty? How can we specify an AI’s goals to ensure that it matches our intentions, even as the AI modifies itself? What AI-related interventions are the most beneficial?